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| 4. Juli 2004 Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste benennt zum Hörspiel des Monats Juli 2004 Begründung der Jury: Hermann Bohlens Hörspiel „Onager“ ist eine unprätentiöse, originelle Montage aus Originaltondokumenten der 1950er Jahre. Bohlen montiert Vergessenes aus dem Fundus des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie Vergrabenes aus Privatarchiven zu einer anderen, quasi privaten Radiokunst. Seine dreiteilige Entdeckungsreise überrascht gerade durch einzigartige private Tonbandaufnahmen, ja durch akustische Skurrilitäten. Bohlens Radioarchäologie widmet sich dem legendären Tierprofessor Bernhard Grzimek, setzt aber vor allem auf private Produktionen, die die Mitglieder des in den 1950er Jahren gegründeten "Clubs der Tonbandfreunde" gestalteten. Mal verfasst ein Vater mit deutlicher Stimme einen rührenden akustischen Brief an seine Tochter, mal meldet sich ein „Deutscher Rundfunk“, mal wird das neue Wirtschaftswunder beschrieben, mal fiepst, schlurft, rappelt es in den amateurhaft aufgenommenen akustischen Szenerien. Bohlens selbstironische "Bastelarbeit" experimentiert mit etwas anderen zeitgeschichtlichen Dokumenten und vermittelt so ganz persönliche Sichten aus den 1950er Jahren. Doch vor allem erzählt „Onager“ von einer weitverbreiteten, authentischen, ja ansteckenden Lust am akustischen Medium und am Radioexperiment. In jedem Menschen steckt ein Hör-Spieler. |